Meine erste App:

Unsere Katze macht Miau

So genannte mobile „Apps“ begleiten heutzutage unseren Alltag. Auf Geräten wie Smartphone oder Tablet lassen sich durch eine Anwendungs-Software Informationen abrufen oder Spielewelten entdecken, man kann seine Fitness optimieren oder sich Ratschläge für alle Lebenslagen holen. Ob sinnvolle Ergänzung oder überflüssiger Blödsinn: Mit wenigen Klicks sind Apps installiert und anwendbar. App Camps Doch wie entstehen sie eigentlich? Und kann das jeder – so eine App programmieren? Im Prinzip ja! Und Menschen, besonders Jugendliche dafür zu begeistern, haben sich Dr. Diana und Phillip Knodel zu ihrer Aufgabe gemacht. Mit ihrem Angebot für App Camps, das sie gezielt auch an Schulen richten, zeigen sie, dass Programmierung kein Zauberwerk ist und wie schnell sich eigene Ideen in der Welt der Bites und Bytes umsetzen lassen. Alsterklicks war bei einem App-Schnupperkurs dabei:

Philipp + Diana Knodel

Philipp + Dr. Diana Knodel

Es ist wuselig an diesem Samstagmorgen im „Betahaus“ in der Eifflerstraße. Rund 130 Jugendliche und einige erwachsene Begleiter tummeln sich im Foyer, haben sich angemeldet, möchten mitschnuppern an der Erfahrung, wie es ist, eine App zu programmieren. Viele haben ihr eigenes Laptop dabei – das Handwerkszeug eines Programmierers – dazu ein Tablet oder ein Smartphone. Nach einer kurzen Begrüßung, der Vorstellung der Coaches, die uns helfen werden und einer Einführung in das, was vor uns liegt, geht es in den 1. Stock an die vielen Arbeitstische. Wir bilden Zweier-Teams, denn so ist das üblich beim Programmieren – so lernen wir. Ich sitze zusammen mit Catja aus Ahrensburg – uns gegenüber ihre Kinder. Catja ist mir sofort sympathisch. Sie hat, wie ich, die 40 überschritten und ist eigentlich hier, um Sohn und Tochter zu begleiten. „Aber, wenn man selbst noch was lernen kann, ist es doch toll“ – so unsere gleichklingende Einstellung. Unser Coach ist Tina Egolf. Teilnehmer 1Sie ist Product-Managerin in der IT-Branche, macht aktuell ein Sabatical, wie sie erzählt, und hat also genug Zeit und Muße, sich mit ein paar Anfängern „herumzuschlagen“. Wir arbeiten mit dem kostenlosen App Inventor – einer Open-Source-Software, die recht einfach wie ein Puzzle-Baukasten funktioniert, aber dennoch so ihre Tücken hat. Und wir lernen auch sofort, was man als Programmierer auch können muss: Warten! Denn ob Upload, Download oder speichern – alles braucht so seine Zeit in der Datenwelt. Mit Komponenten wie Button und Label lassen sich Design und Eigenschaften der App gestalten. Bilder und Töne, die wir verwenden möchten, müssen wir zunächst laden. Damit sind Catja und ich erstmal vollauf beschäftigt. Nebenbei klönen wir über Dit und Dat – eigentlich fehlt nur noch ein gepflegter Latte Macchiato, aber Getränke sind während der Arbeit am Rechner nicht erlaubt.Tina schaut ab und zu vorbei und beantwortet geduldig unsere Fragen. Catja übernimmt die Regie an der Computermaus und fügt die nötigen Puzzleteile ineinander. Schließlich haben wir das Katzenbild in unser „new project“ integriert und auch einen Sound hinzugefügt. Das war ja einfach. Schnell einen QR-Code generieren – das macht der App-Inventor auf Mausklick von alleine – und schon kann ich unsere App auf meinem Smartphone installieren. Und tatsächlich: Es erscheint eine Katze und wenn ich auf den Button klicke macht es „Miau“. Wahnsinn!

Grundlagen lernen – Spaß entdecken

Was wir hier in gut zwei Stunden lernen, sind die Grundlagen, keine Frage. Es gibt da noch viel mehr! Aber es geht darum, zu verstehen, wie das alles funktioniert und zu erkennen, dass Programmieren richtig Spaß machen kann. Die App im betahausCamps wollen den digitalen Nachwuchs abholen. Und wer möchte, kann dann auf der Datenautobahn mitfahren, kreativ sein und richtig viel lernen. Catja und ich sind zufrieden mit unserem Ergebnis, müssen aber feststellen, dass Fyn (13) und Mia (12) gegenüber uns im Eiltempo überholt haben. Während wir mit unserer miauenden Katze spielen, haben ihre beiden Kinder längst noch weitere Komponenten hinzugefügt und rumgetüfftelt. Wie auch die meisten anderen Teilnehmer. In der abschließenden Vorführung werden tolle Beispiele präsentiert. Nach dem Programmier-Prinzip „wenn…dann“, haben die Kids ganz individuelle Apps gebaut, die per Klick über verschiedene Ebenen laufen, etwas zeigen oder erklingen lassen. Ich bin beeindruckt. Im Foyer vom Betahaus können Catja und ich dann doch noch einen Kaffee trinken, während sich die jugendlichen Teilnehmer ihr Zertifikat abholen dürfen. Die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Abschluss

Zum Abschluss gab es nicht nur ein Zertifikat, sondern auch noch ein gemeinsames Foto

Was ich mit nach Hause nehme, ist die Erkenntnis, dass ich persönlich in diesem

Katzen-App

„Miau“

Leben keine Programmiererin mehr werde – dass aber in Hamburg viele junge Talente herumlaufen, denen man nur zeigen muss, wie es geht. Und ich nehme eine kleine Katze auf meinem Handy mit nach Hause. Und wenn mir nach lächeln ist, dann lasse ich sie nochmal miauen.

 

 

 

Der NDR war übrigens auch da und hat einen Beitrag gedreht, den Interessierte hier finden.