Mit der Einberufung eines Quartiersbeirats wurde eine Auflage des Bürgervertrages für Klein Borstel umgesetzt. Jetzt traf er sich zum ersten Mal öffentlich im örtlichen Gemeindehaus. 

Im Rahmen des Bürgervertrags haben sich vergangenes Jahr die Regierungsfraktionen in der Bürgerschaft und in der Bezirksversammlung mit der Bürgerinitiative „Lebenswertes Klein Borstel“ unter anderem auf die Einrichtung eines Quartiersbeirats für die Dauer der Folgeunterbringung von Flüchtlingen „Am Anzuchtgarten“ verständigt. Vorrangiges Ziel ist die erfolgreiche Integration der in der Unterkunft wohnenden Geflüchteten in den Stadtteil. Am Anzuchtgarten sind inzwischen die ersten fünf der insgesamt elf Wohncontainer aufgebaut und bezogen, alle weiteren werden sukzessive fertiggestellt und belegt. Die Bepflanzung und die Außenanlagen zum Spielen wie Basektball-Platz, Kletterwand, Tischtennisplatten, wie auch Sitzgelegenheiten folgen im Frühjahr. Insgesamt sollen 452 Menschen hier ihr neues Zuhause finden, zeitlich begrenzt bis zum 28. Februar 2022. Dann werden die Modulbauten entfernt und die Fläche für den normalen Wohnungsbau freigegeben – im Drittelmix aus frei finanzierten Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen. Dass wohnberechtigte Geflüchtete aus der Unterkunft anschließend in den regulären Wohnraum in Klein Borstel umziehen, ist allerdings ausdrücklich gewünscht.
Moderiert wurde das erste öffentliche Treffen des Quartierbeirats von Nico Schröder vom Fachamt Sozialraummanagement im Bezirksamt-Nord. Er betonte, dass die Aufgabe des Beirats vor allem darin besteht, die Kommunikation untereinander und den Informationsaustausch im Stadtteil voranzutreiben. Was deutlich wurde an diesem Abend: Klein Borstel zieht an einem Strang. Unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Initiative, einem Verein oder einer Institution – wichtig waren der konstruktive Dialog, Ideen und der gute Austausch.
An sich schreibt die Planung vor, dass insgesamt 11 Mitglieder den stimmberechtigten Beirat bilden, mit Stimmen für Vertreter der Bewohner der Unterkunft (1), Lebenswertes Klein Borstel (1), Klein Borstel hilft e.V . (1), Gemeinsam in Klein Borstel (1), Heimatverein Klein Borstel (1), IG der Gewerbetreibenden (1), Kirchengemeinde Maria Magdalenen (1), Oberalster Verein für Wassersport (1), der Schulen ASS und ASG (1), den Kitas Maria Magdalenen, Sodenkamp, die kleinen Borsteler und Pinocchio (1) sowie dem Runden Tisch (1). Allerdings zeigte der Abend, dass hier für die Zukunft noch ein individueller Konsens gefunden werden muss. Die erste Sitzung sollte erst einmal Klarheit schaffen und Ideen anstoßen, wie die Arbeit starten soll. Der Beirat erhält einen Verfügungsfonds in Höhe von 2.500 Euro pro Haushaltsjahr. Hieraus können Maßnahmen gefördert werden, die erkennbar einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Flüchtlingsunterkunft und zur Integration ihrer Bewohner leisten. Eines der Häuser enthält drei Gemeinschaftsräume. Hier ist auf je 54 Quadratmetern Platz für verschiedene integrative Angebote.
Abgesehen von der Arbeit des Beirats wird auch ein Runder Tisch regelmäßig für Austausch und Integrationsangebote zusammenkommen. Das erste Treffen war am Dienstag, den 17. Januar.